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Begriffsglossar

Innerhalb der PHBern werden zentrale organisationale und didaktische Begriffe instituts- und kontextabhängig teilweise unterschiedlich verwendet. Diese begriffliche Vielfalt ist Ausdruck unterschiedlicher fachlicher Perspektiven und didaktischer Traditionen, kann jedoch in gemeinsamen Projekten zu Unschärfen in der Verständigung führen.

Für das Projekt SOLIAS hat die Digital Learning Base (DigiLeB) daher ein Begriffsglossar erarbeitet. Es dient dazu, für die Projektarbeit verbindliche Begriffsverwendungen festzulegen und sicherzustellen, dass innerhalb von SOLIAS mit einer gemeinsamen Sprache gearbeitet wird. Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit über die PHBern hinaus, sondern versteht sich als arbeitsbezogene Orientierungsgrundlage für die Konzeption, Gestaltung und Umsetzung von SOL-Kursen im Projektkontext.

Organisationale Begriffe

Die folgenden Begriffe dienen der gemeinsamen Orientierung im Kontext organisierter Lerngelegenheiten vor Ort oder im virtuellen Lehr- und Lernraum

Begriff

Bedeutung

Lerneinheit

Die Lerneinheit bezeichnet eine zielorientierte, inhaltlich fokussierte und zeitlich bestimmte Einheit. Sie behandelt einen Themenkomplex oder einen Teil eines umfassenderen Themenkomplexes und stellt damit eine mikrodidaktische Ebene dar, die nach digital-didaktischen Kriterien gestaltet und in das Gesamtkonzept eines SOL-Kurses eingebettet ist.

Lerngelegenheit

Die Lerngelegenheit bildet die didaktische Grundlage für einen Kurs im SOL-Format und bezeichnet jedes didaktisch gestaltete Arrangement, das Lernende dabei unterstützt, Wissen und Können zu erarbeiten, zu vertiefen und zu erweitern.

Modul

Ein Modul bezeichnet eine thematisch zusammenhängende, das Studium strukturierende Einheit, die in der Regel mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen wird.

SOLIAS

SOLIAS bezeichnet das Projekt «Selbstorganisiertes Lernen auf ILIAS», das digital gestütztes Lernen im Lernmanagementsystem der PHBern konzeptionell fördert und strukturiert.

SOL-Kurs

Der SOL-Kurs bezeichnet eine Lerngelegenheit oder einen Teil einer Lerngelegenheit auf makrodidaktischer Ebene, der mehrere Lerneinheiten für das Selbstorganisierte Lernen auf ILIAS umfasst.

Didaktische Beobachtungsbegriffe

Die folgenden Begriffe dienen der gemeinsamen Reflexion im Kontext sich verändernder Struktur-, Kultur- und Medienaspekte beim Übergang von Lerngelegenheiten vor Ort zu Lerngelegenheiten im virtuellen Lehr- und Lernraum.

Begriff

Bedeutung

Struktur

Struktur bezeichnet die expliziten und impliziten Erwartungen von Dozierenden und Studierenden an eine Lerngelegenheit. Diese Erwartungen werden in der Regel vor der Durchführung festgelegt, kommuniziert und bleiben weitgehend stabil. Im virtuellen Lehr- und Lernraum können sich die inhaltlichen Bestimmungen dieser Erwartungen jedoch verändern. Entsprechend müssen diese expliziert, thematisiert und im Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden restabilisiert werden.

Erwartungsstrukturen

Erwartungsstrukturen differenzieren die Struktur einer Lerngelegenheit systematisch nach drei Dimensionen. Die Sachdimension bezieht sich auf Erwartungen daran, was als Thema und Lerngegenstand gilt. Die Raumzeitdimension bezieht sich auf Erwartungen daran, wo, wann und wie lange Lernen stattfindet. Die Sozialdimension bezieht sich auf Erwartungen an Rollen und Verantwortlichkeiten von Dozierenden und Studierenden.

Kultur

Kultur bezeichnet die Art und Weise, wie in einer Lerngelegenheit mit den Gestaltungsspielräumen der Erwartungsstrukturen umgegangen wird. Sie zeigt sich in der Ausgestaltung von Lernzielen und Lerngegenständen, in der Organisation von Lehr- und Lernprozessen sowie in der Gestaltung von Dialog und Unterstützung. Kultur wird nicht vorab festgelegt, sondern entsteht im Vollzug didaktischer Praxis.

Didaktisches Selbstverständnis

Didaktisches Selbstverständnis bezeichnet die professionelle Deutungsperspektive, mit der Dozierende ihre Rolle, Verantwortung und Gestaltungsaufgabe in einer Lerngelegenheit verstehen. Es wird dort explizit, wo sich Erwartungsstrukturen verändern und gewohnte Praktiken nicht mehr tragen. Im sozialen System des Lehrens und Lernens wird dieses Selbstverständnis kommunikativ stabilisiert und als angemessene Orientierung wirksam. Es dient als reflexiver Bezugspunkt für die Ausrichtung und Begründung didaktischer Gestaltungsentscheidungen.


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