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Selbstorganisiertes Lernen

Das Medium der Digitalität erweitert den kommunikativen Möglichkeitsraum für die Gestaltung von Lerngelegenheiten im virtuellen Lernraum.

Damit Selbstorganisiertes Lernen (SOL) in diesem Raum wirksam werden kann, braucht es eine bewusste didaktische Gestaltung. Im Folgenden werden zentrale Aspekte beschrieben, die Orientierung für die Planung, Gestaltung und Begleitung von SOL-Lerneinheiten bieten.

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Klare Strukturen schaffen Orientierung

Strukturen bilden Erwartungen von Dozierenden und Studierenden an eine Lerngelegenheit ab. Wiederkehrende und klar gestaltete Abläufe innerhalb eines Kurses oder einer Lerneinheit geben Orientierung, reduzieren die kognitive Belastung und ermöglichen es Studierenden, sich auf den eigentlichen Lernprozess zu konzentrieren.

Für die didaktische Strukturierung von Lerneinheiten in SOL-Kursen orientieren wir uns an etablierten Modellen des Instructional Design, insbesondere PADAU (Aebli 1983), AVIVA (Städeli et al., 2010) und ARIVA (Lernwerkstatt Olten). Trotz unterschiedlicher Akzentsetzungen folgen diese Modelle einer vergleichbaren Lernlogik: vom Einstieg über die Erarbeitung und Verarbeitung bis zur Sicherung der Lernergebnisse.

Gemeinsamkeiten

PADAU

AVIVA

ARIVA

Einstieg

Problemdarstellung

Anfangen

Ausrichten

Kontextua-
lisieren

Aktivieren

Reaktivieren

Gemeinsames Erschliessen

Aufbau

Informieren

Informieren

Üben und
Anwenden

Durcharbeiten / Üben

Verarbeiten

Verarbeiten

Sichern der Lernergebnisse

Anwenden

Abschliessen

Auswerten

Eine vertraute digitale Lernlandschaft nutzen

Die PHBern nutzt mit ILIAS ein strategisches Lernmanagementsystem (LMS). Dozierende können auf ILIAS Kurse erstellen, organisieren und verwalten. Das System unterstützt unter anderem das Bereitstellen multimedial aufbereiteter Lernmaterialien, die Gestaltung interaktiver Lernaktivitäten, das Durchführen von Tests und Umfragen sowie die Kommunikation mit Studierenden.

ILIAS ist für Studierende das digitale Zuhause und der Ausgangspunkt ihrer persönlichen Lernpfade an der PHBern. Neben ILIAS stehen weitere Tools und Bildungsapplikationen zur Verfügung, um produktive Lehr- und Lernumgebungen im virtuellen Raum zu gestalten.

Lernziele, Zeit und Inhalte transparent machen

Jede Lerneinheit beginnt mit klar formulierten Lernzielen (z. B. nach Bloom) sowie einer Angabe zur geschätzten Lerndauer. Als Orientierung gilt: Rund ein Drittel der Zeit dient der Erarbeitung neuer Inhalte, zwei Drittel der vertiefenden Verarbeitung.

Als Faustregel sollte eine Lerneinheit eine kalkulierte Lerndauer von 60 bis 120 Minuten aufweisen. Jede Einheit fokussiert auf einen klar abgegrenzten Themenschwerpunkt. Multimediale und interaktive Materialien werden gezielt eingesetzt, um Lernprozesse didaktisch sinnvoll zu unterstützen.

Lernaktivität ermöglichen

Auf die Erarbeitung eines Lerninhalts folgt stets eine Lernaktivität, die in der Regel den grössten Teil der Lerndauer einnimmt. Studierende setzen sich dabei aktiv und vertieft mit den Inhalten auseinander, beispielsweise durch Selbsttests oder Formen sozialer Interaktion.

Selbsttests zur Lernsteuerung einsetzen

Selbsttests nehmen im Selbstorganisierten Lernen eine zentrale Rolle ein. Sie ermöglichen es Studierenden, ihren Lernstand zu überprüfen, Wissenslücken zu erkennen und weitere Lernschritte gezielt zu planen. Dadurch unterstützen Selbsttests die Reflexion des eigenen Lernprozesses und fördern eine individuelle Lernstrategie.

Soziale Interaktion im virtuellen Raum fördern

Selbstorganisiertes Lernen findet im virtuellen Lernraum nicht isoliert statt. Die Digitalität eröffnet einen kommunikativen Raum für synchronen und asynchronen Austausch. Auf ILIAS können dafür beispielsweise Foren genutzt werden, um Fragen zu klären, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

Tutorielle Begleitung sicherstellen

SOL-Kurse sind auf eine stärkere Dialog- und Unterstützungskultur angewiesen. Studierende erhalten während des Selbstorganisierten Lernens die Möglichkeit, bei organisatorischen oder inhaltlichen Fragen Rücksprache mit Dozierenden oder Tutorinnen und Tutoren zu nehmen. Die verfügbaren Begleitformate – ob virtuell oder vor Ort – werden klar definiert und transparent kommuniziert.

Anschlusserwartungen für Präsenz

Lerneinheiten in einem SOL-Kurs werden abschliessend zusammengefasst und in den Kontext des Gesamtkurses eingeordnet. In Blended-Learning-Settings ist dabei zentral, dass transparent kommuniziert wird, wie und woran in der Präsenzveranstaltung an das selbstständig Erarbeitete angeschlossen wird.

Open Educational Resources (OER)

Von Dozierenden entwickelte und in der Lehre erprobte Lernmaterialien und Lernaktivitäten sind eine wertvolle Ressource. Im Sinne der gemeinschaftlichen Weiterentwicklung lassen sich bewährte Materialien und didaktische Arrangements zwischen Dozierenden austauschen und weiterverwenden. Open Educational Resources (OER) unterstützen diesen Austausch, indem sie Materialien frei zugänglich machen und deren gemeinsame Nutzung, Anpassung und Weiterentwicklung ermöglichen.

Quellenverweis

Jede Lerneinheit schliesst mit ausgewählten wissenschaftlichen und fachdidaktischen Grundlagen ab, die den Studierenden zur vertieften Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt werden.


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